Zyklusbewusstsein als Gamechanger: Wie du mit Selbstmitgefühl und Self-Leadership planst, fokussiert arbeitest und gelassener Ergebnisse erzielst – ohne dich zu überfordern.
Das Gespräch, das bleibt: Von Morgenritualen, ehrlichen Check-ins und echter Führung
Diese Podcastfolge mit Leonie von @cycle_bewusst hat mich auf eine besondere Weise berührt. Nicht, weil wir die perfekte Schablone für den „richtigen“ Zyklus gefunden hätten – sondern, weil wir offen darüber sprechen, wie individuell weibliche Rhythmen sind. Wir starten beide gern langsam in den Tag: Leonie mit Akupressur-Matte und Meditation, ich mit Gua Sha, Trockenbürsten und Tee. Nicht als starres Morgenprogramm, sondern als freundliche Erinnerung: Erst ankommen, dann leisten. Diese kleinen Gesten holen uns aus dem Reflex „To-Dos zuerst“ heraus und bringen uns dorthin, wo Klarheit entsteht – in den Körper.
Als wir in die Folge einchecken, sind wir an unterschiedlichen Zyklustagen. Leonie spürt an Tag 9, wie die Energie zurückkehrt, mahnt sich aber, nicht sofort alles auf einmal anzugehen. Ich bin rund um den Eisprung – klassisch die Zeit, in der viele Frauen sich besonders sozial und sichtbar fühlen. Nur: Nicht immer. Manchmal braucht auch diese Phase Ruhe. Genau darin liegt die Essenz unseres Austauschs: Zykluswissen ist Orientierung, kein Dogma. Die Kunst besteht darin, Wissen und Selbstwahrnehmung miteinander sprechen zu lassen.
Mehr als Wissen: Warum Selbstmitgefühl Leistung möglich macht
Zyklusbewusstsein ohne Selbstmitgefühl bleibt Theorie. Es nützt wenig, zu wissen, dass die erste Zykluswoche oft weniger Energie bereithält, wenn wir uns trotzdem vorwerfen, „nicht zu funktionieren“. Unsere Welt läuft im Dauer-Go-Modus. Menstruierende Körper nicht. Wer sich darin liebevoll führt, erlaubt sich Pausen – nicht als Ausstieg aus dem Leben, sondern als Investition in Klarheit, Kreativität und nachhaltige Leistung. Je öfter wir erleben, dass ein 20-minütiger Reset die Qualität eines ganzen Nachmittags hebt, desto leichter fällt es, Grenzen zu setzen: ein bewusstes „Nein“ nach außen ist ein kraftvolles „Ja“ nach innen.
Diese Haltung hat wenig mit Bequemlichkeit zu tun. Selbstmitgefühl heißt nicht, jeder Lust nachzugeben. Es heißt, ehrlich zu unterscheiden: Brauche ich echte Erholung – oder weiche ich gerade einer Aufgabe aus? Diese Unterscheidung lernt man nicht über Nacht. Sie reift mit Beobachtung, mit kleinen Experimenten und mit dem Mut, die eigenen Daten zu sammeln: Wie schlafe ich? Wie klar denke ich? Worin lag der größte Hebel heute?
Zyklus x Business: Struktur für ein fließendes Leben
Ein schöner Bogen in unserem Gespräch führt ins Projektmanagement. Ich habe Jahre im agilen Umfeld gearbeitet; dort sind Zyklen selbstverständlich: Sprints, Reviews, Retrospektiven. Planen – Umsetzen – Reflektieren – Anpassen. Es ist fast ironisch, dass wir in „maskulin“ geprägten Systemen zyklisch vorgehen, während wir privat oft linear funktionieren wollen. Zyklusbewusstsein überträgt genau diese Logik auf deinen Alltag: Jede Phase hat eine Aufgabe – und jede Aufgabe eine Phase, in der sie leichter gelingt.
- In der Menstruation (dein innerer Winter) entsteht Weitblick. Gedanken sortieren sich, Visionen werden spürbar. Nicht zwingend die Zeit für Rampenlicht – aber perfekt, um Notizen und Ideensammlungen anzulegen, die dich später tragen.
- Der innere Frühling bringt Neugier und Aufbruch. Konzepte reifen, Pläne bekommen Form, Motivation wächst aus Innenimpulsen statt aus Druck.
- Im Sommer (rund um den Eisprung) ist vieles leichter: sprechen, zeigen, verbinden. Wenn es sich so anfühlt. Und wenn nicht: Du bist nicht „falsch“, du bist du.
- Der Herbst liebt Ordnung. Abschließen, verfeinern, schneiden, hochladen, Buchhaltung, Ablage – alles, was Struktur gibt und Ergebnisse „ins Ziel“ bringt.
Planst du so, entstehen keine starren Wochenpläne, sondern lebendige Zeitfenster. Du verschiebst nicht alle Termine, du verschiebst Erwartungen. Du legst Sichtbarkeit dorthin, wo Präsenz fließt. Du legst Tiefenarbeit dorthin, wo dein Fokus ruhig wird. Und ja: Das funktioniert auch im Corporate. Du kannst nicht jeden Termin wählen – aber du kannst Meetings bündeln, Puffer einplanen, Deep-Work auf deine stärkeren Konzentrationszeiten legen und Routine-Tasks in Phasen, die sich dafür anbieten.
Grenzen, die halten – und Räume, die nähren
Viele von uns sind sozialisiert, „es allen recht zu machen“. Zyklusbewusstsein hilft, kontextbezogene Entscheidungen zu treffen. Nie pauschal, immer situativ: Heute sage ich ab, weil mein Körper laut „Pause“ ruft. Morgen sage ich zu, weil Begegnung mich nährt. Diese Form von Self-Leadership ist kein strenges Regelwerk. Sie ist dialogisch. Du führst dich von innen nach außen – mit einem Wertekompass, der Leistung und Lebendigkeit nicht gegeneinander ausspielt.
Eine Frage, die uns in der Folge begleitet: „Verliere ich nicht Zeit, wenn ich pausiere?“ Die Erfahrung sagt das Gegenteil. Pausen erhöhen Qualität. Qualität spart Korrekturschleifen. Und Qualität schafft Vertrauen – in dich, in deine Arbeit, in deine Kundinnenbeziehungen. Sammle Belege für dich. Lass Fakten dein Nervensystem beruhigen.
Ein Monatswechsel, der keiner ist: Vom Kalender zum Zyklus
Einer meiner Lieblingsgedanken aus dem Gespräch: Ziele nicht nach Kalendermonaten, sondern zyklusweise zu setzen. Der Monat endet, wenn dein Körper einen neuen Zyklus beginnt – nicht, wenn das Blatt im Wandkalender umgeschlagen wird. Diese Verschiebung bringt mehr Realismus in die Planung und mehr Frieden in die Umsetzung. Du schaust zurück: Was hat getragen? Was braucht Veränderung? Und du planst vor: Welche Aufgaben passen in welche Phase – so, wie du sie erlebst?
Das ist kein Perfektionsziel. Es ist ein Übungsweg. Zwei bis drei Zyklen beobachten. Erste Hypothesen bilden. Sanft anpassen. Wenn etwas trägt, erweitere minimal: +10 % Output, +10 % Struktur, +10 % Erholung. Micro-Shifts, makro-klare Ergebnisse – ohne Crash.
Was dich in der Podcastfolge erwartet
Du hörst zwei Frauen, die Zykluswissen nicht als Leistungsdogma, sondern als Beziehungsarbeit mit sich selbst verstehen. Wir sprechen darüber, wie du den feinen Unterschied spürst zwischen sinnvoller Pause und cleverem Aufschieben. Wie du Grenzen setzt, ohne hart zu werden. Wie du Visionen im Winter gebären und sie im Sommer freigeben kannst. Und wie du einen Arbeitsalltag gestaltest, der deinem Nervensystem Sicherheit schenkt – damit Kreativität, Sichtbarkeit und Tiefe überhaupt entstehen können.
👉🏼 Hier findest du Leonie und ihre wundervollen Angebote:
@cycle_bewusst
Hier geht´s zur Folge (natürlich wie immer auch auf Apple Podcasts, Amazon Podcasts & Youtube zu hören):
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